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Der öffentlich-rechtliche Programmauftrag via Facebook?

Liebe Regierung,

wie verträgt sich eigentlich der öffentlich-rechtliche Programmauftrag für den Rundfunk mit der exzessiven Nutzung und Bewerbung von Facebook? Wenn ich z.B. das hessische Fernsehen so nehme, dann wird jegliche Beteiligung des Zuschauers bei der Hessenschau direkt über Facebook abgebügelt. Eine eigene Webseite wird da nur noch für die Teaser zu den Nachrichten gebraucht, der Rest entschwindet in der Abhängigkeit von Dritten.

Dabei heist es doch

Wesentliche Gesichtspunkte sind die Unabhängigkeit von staatlichen Eingriffen sowie der inneren und äußeren Pressefreiheit

und wie frei ist man dann von wirtschaftlichen Eingriffen? Gerade als nicht-Privatsender sollte man doch von der freien Wirtschaft unabhängig berichten und agieren können. Das geht sicher nicht, wenn man von Plattformen der freien Wirtschaft direkt abhängig ist.

Lehrer dagegen dürfen Facebook – je nach Bundesland – gar nicht erst verwenden. Da wird dann wieder kritisch drauf geschaut. Kümmert euch doch mal um eure Sendeanstalten, ihr sitzt ja sowieso dort drinnen an den Hebeln.

Die neue CSU Vorzensur

Liebe Regierung,

wer hat der CSU denn da wieder das Mikro hingehalten? Nun soll Facebook und Twitter den Hass schon vor Veröffentlichung löschen? Hat mal jemand gefragt wie das gehen soll?

Die KI ist bei weitem noch nicht soweit zwischen Satire und Hetze unterscheiden zu können und manuelle Freischaltung wäre der Tod von Social Media. Dazu noch unterschiedliche Sprachen und Empfindlichkeiten weltweit. Diese Vorzensur ist inhaltlich und technisch nicht zu realisieren.

Aber es ist im üblich populistischen Stil der CSU immer erst mal was vorzuschlagen, nein, zu fordern. Und danach dann still und heimlich die nicht Erfüllbarkeit der eigenen Ansprüche unter den blau-weißen Teppich zu kehren.

Handwäsche bei Facebook

Liebe Regierung,

was unsere Kanzlerin da von sich gab – Facebook so nützlich wie eine Waschmaschine – ist ja schon fast richtig. Mit dem Unterschied das so eine nützliche Sache wie eine Waschmaschine wenigstens eine Auswahl von Anbietern hat. Welche Marke Waschmaschine kann ich mir als Nutzer dann frei aussuchen. Bei der Social Media Plattform Facebook allerdings werde ich von einer massiven Marktmacht im Sinne von Friss oder stirb zu Facebook hin- oder weg getrieben.

Alternative Plattformen zum Beispiel auf Basis von diaspora ist immer noch nur etwas für nachdenkliche Minderheiten. Und solange öffentlich rechtliche Anbieter wie der hessische Rundfunk fast in jeder Sendung ihre Zuschauer zum mitmachen auffordern, natürlich via Facebook, ist das auch kein Wunder.

Wie wäre das, liebe Regierung: Alle staatlichen, oder öffentlich rechtlichen Anstalten bekommen mal ein Facebook Werbeverbot und müssen Logins und Kommentarfunktionen mal endlich wieder primär ohne das ganze Social Media zentraldegöns anbieten.

Erfolg muss wegreguliert werden

Liebe Regierung,

dank der Telekom – einem der größten ex-Staatsbetriebe – wurde ja das Internet zu dem was es ist. BTX ist ja eindeutig die Grundlage für die Bundes-Daten-Autobahn gewesen. Nun will man der Telekom von heute natürlich nichts streitig machen. Aber Spaß beiseite.

Warum sollte sich die EU bei Facebook und Whatsapp einmischen wollen oder gar dürfen? Hier stimmen die Nutzer mit den Füßen ab (mit dem Kopf sicher nicht). Wer sich da der Welt offenbaren will, soll er doch. Aber in unserem Nanny-State geht sowas ja nicht.