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Internet must be regulated

Liebe Regierung,

wie nach jedem dieser unnötigen und barbarischen Terroranschlägen, wird auch diesmal wieder aus der Mottenkiste der Placebos die Regulierung des Internet gefordert. Dabei hatte doch schon Douglas Adams orakelt:

I don’t think anybody would argue now that the Internet isn’t becoming a major factor in our lives. However, it’s very new to us. Newsreaders still feel it is worth a special and rather worrying mention if, for instance, a crime was planned by people ‚over the Internet.‘ They don’t bother to mention when criminals use the telephone or the M4, or discuss their dastardly plans “over a cup of tea,” though each of these was new and controversial in their day.

Aber  es muss jedes mal betont werden. Warum fordert May denn nicht ein Fahrverbot für Kleintransporter in der Stadt? Die eigentliche Tatwaffe war ja eher das Fahrzeug. Und Messer! Die gehen ja gar nicht mehr im Freien. Also den Verkauf und Besitz aller Klingen verbieten. Passt auch zu dem hässlichen Hipster-Vollbart-Trend der sich überall anbiedert.

Strafbare Kommentare im Netz

Liebe Regierung,

schön das ihr das Neuland betreten habt. Allerdings scheitert bei euch das Verständnis für ein grenzenloses Internet, wie eigentlich bei allen die es zu regulieren versuchen.

Das Internet ist kein Rechtsfreier Raum, sondern aktuell genau das Gegenteil. Jedes Land hat seine ganz eigenen rechtlichen und kulturellen Vorstellungen was das Alter eines Erwachsenen, die Freiheit der Meinung, den Schutz des eigenen Glaubens oder der eigenen Monarchie angeht. Zum Großteil sind dies unvereinbare Gegensätze.

Es kann also nicht sein, das jedes Land exakt seine Vorstellungen möglichst weltweit durchdrückt, genau das Gegenteil wäre nötig. Ein möglichst breiter Konsens das vieles erlaubt wäre hilfreich.

Nur noch virtuelles Demonstrationsrecht

Liebe Regierung,

es ist ja schön das ihr das Neuland endlich zur Kentniss nehmt. Aber dann das Recht auf Demonstrationen aus reiner Bequemlichkeit in die virtuelle Welt zu verschieben ist grundverkehrt. Alles virtuelle wird nur von der eigenen Filterblase wargenommen und verblasst in der echten Öffentlichkeit. Aber so wird man Protest ganz modern los. Und die paar Bürgerrechte die damit wieder entfallen stören die Politik kaum noch.

Pragmatisches Post-Privacy Zeitalter

Liebe Regierung,

mit den Aussagen habt ihr euch doch wieder selbst für die Zukunft disqualifiziert:

Losung „meine Daten gehören mir“ falsch … Abhören unter Freunden – sehen wir heute pragmatischer

Ich glaube es rappelt in der Kiste. Das pauschale Abhören, Erfassen und Auswerten seiner eigenen Bürger – und der Freunde erst recht – gehört also nun zum guten Ton? Nein Danke, dem habe ich nicht zugestimmt. Hoffentlich sind bei der nächsten Wahl mal ein paar mehr kritische Geister am Kuli und erinnern sich an eine gewisse Datenschutzpartei.

Alternative Fakten

Liebe Regierung,

traurig, einfach nur traurig, so ein Start in die USA Präsidentschaft. Da kommt das amerikanische Äquivalent zur Lügenpresse gleich am ersten Arbeitstag. Die Hoffnung das alles nur Show war im Wahlkrampf hat sich leider nicht erfüllt.

Und in Deutschland? Wird das diesen Sommer besser werden? Ich fürchte der gute Stil hat sich für Jahre verflüchtigt.